Sarahs Weg aus Reizdarm, Angst und Panikattacken

HPU in der Kindheit

Sarah* (Name aus Datenschutzgründen von der Redaktion geändert) war schon immer ein eher ängstliches Kind, das häufig unter Bauchschmerzen und Übelkeit litt. In der Pubertät verstärkten sich die Beschwerden durch einen sehr niedrigen Blutdruck, Schwindel (wahrscheinlich bedingt durch starke Blutzuckerschwankungen) und gelegentliche Ohnmachtsanfälle. Die zahlreich besuchten Arztpraxen verließ Sarah stets ohne Diagnose.

„Das Kind hat nichts!“ hieß es. Die Beschwerden könnten allerdings psychisch bedingt sein.

In der Tat häuften sich im Laufe der Zeit auch Sarahs psychische Beschwerden. Die Angst vor Übelkeit, Schwindel oder gar Ohnmacht legte sich mit der Zeit wie ein Schleier über all ihre Aktivitäten und entwickelte sich zu ihrem ständigen Begleiter. Mit zunehmendem Alter zweifelte das Mädchen an ihrem Körper. Warum fühlte sie sich dauernd so schlapp und schlecht, obwohl kein Arzt eine Ursache dafür finden konnte? Bildete sie sich all ihre Symptome am Ende nur ein?

Sarah war zwar ein sensibles und feinfühliges Kind, aber auch sehr ehrgeizig und zielstrebig. Schulische Probleme hatte sie nie, weder leistungs- noch sozialbedingt.

Ihr ständiger Begleiter war jedoch das Gefühl, sich nicht auf den eigenen Körper verlassen zu können.

Die Ärzteodyssee

Als ängstliches und sensibles Kind bereitete Sarah ihren Eltern schon im Grundschulalter Sorgen. Druck und Stress und das Gefühl, in der Schule immer funktionieren zu müssen, verschlimmerten ihre Symptome.

Die Situation verschlechterte sich dramatisch kurz vor dem Abitur, als sich zu Sarahs Prüfungsstress eine dicke Erkältung gesellte. Bei einem Ausflug mit der Klasse in einem Reisebus überrollte sie ihre erste, richtige Panikattacke, auf die noch viele weitere folgen sollten.

Besuche bei verschiedenen Hausärzten und Gastroenterologen endeten in der unbefriedigenden Diagnose: Reizdarm. Zum Ende der Pubertät gesellten sich immer wieder Sehstörungen zu den Beschwerden, die allerdings ohne Kopfschmerzen auftraten und nicht direkt einer Migräne zugeordnet werden konnten.

Um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen, verbrachte Sarah 3 Tage im städtischen Klinikum, wo sie umfassend untersucht wurde – ohne Befund.

Sie fühlte mich ständig schlapp und überfordert. Da Angst ihr täglicher Begleiter war und ihr Leben massiv einschränkte, begann sie eine Psychotherapie. In Begleitung eines Psychologen sollte Sarah lernen, alltägliche Stituationen trotz der Angst meistern zu können – mit mäßigem Erfolg.

Mit Höhen und Tiefen, doch immer am Rande der Erschöpfung kämpfte sich Sarah durchs Leben und fragte sich stets, was bei ihr anders war als bei anderen. Warum war ihr ständig übel, manchmal sogar mitten in der Nacht? Woher kamen die quälenden Bauchkrämpfe? Warum konnte kein Arzt den Grund dafür finden? Warum litt sie unter massiven Ängsten, obwohl sie keinerlei Traumata erlebt hatte? Warum brachte die Psychotherapie keine nachhaltigen Erfolge?

Immer wieder suchte sie Ärzte auf, ließ sich untersuchen, machte zig Auslass-Diäten, um den Auslöser für ihre Beschwerden aufzuspüren.