Gentest, SNPs, Methylierung

Kannst Du ausreichend methylieren?

Wir HPUler kennen das Phänomen kleiner Störungen mit großen Auswirkungen nur zu gut: Eigentlich ist nur unser Häm ein bisschen defekt, aber die Auswirkungen im Körper können enorm sein!

Ganz ähnlich ist das bei unserer Fähigkeit Methylgruppen herzustellen.

Ähnlich wie Häm sind auch Methylierungsreaktionen ein zentraler Baustein für unseren Stoffwechsel. In jeder Körperzelle geschieht eine solche Methylierung tausendfach pro Sekunde – denn ohne diese Methylierungsreaktionen wäre eine normale Zellfunktion nicht möglich.

Methylierung = An- und Abschalter wichtiger Prozesse
Stark vereinfacht ist die Methylierung ein An- und Abschalter wichtiger Prozesse im Körper. Dabei wird eine Methylgruppe (chemisch ist das ein Kohlenstoff-Atom mit 3 Wasserstoff-Atomen, also -CH3) von einem Molekül an ein anderes weitergegeben.

Über die Methylierung kann unser Körper:

  • Gene an- und abschalten
  • Monozyten und Lymphyzyten (wichtige Zellen des Immunsystems) aktivieren
  • Neurotransmitter und Hormone steuern
  • Entgfiten
  • Coenyzm Q10 und Carnitin bilden
  • Phospholipide und Proteine funktionsfähig machen
  • DNA und RNA neu bilden und reparieren

Für diese Weitergabe der Methygruppe braucht der Körper verschiedene Enzyme.

Es wird schnell klar: Ist die Methylierungsfunktion des Körpers gestört, kann das weitreichende Folgen haben, die auch für die Behandlung der HPU eine Rolle spielen. Ohne eine ausreichende Methylierung lässt sich das Wohlbefinden des HPUlers oft nicht befriedigend verbessern.

Der genetische Code, und damit die grundsätzliche Fähigkeit des Körpers zu methylieren, lässt sich messen. Bei HPUlern kommen Störungen im Bauplan der Methylierungsenzyme häufig vor.

Ich selbst habe im Frühjahr einen Gentest durchführen lassen und dabei festgestellt, dass eines der wichtigsten Methylierungsenzyme aufgrund einer genetischen Mutation etwa 80 % seiner Funktion verloren hat. Unbehandelt ist das keine gute Voraussetzung, um als HPUler mehr Lebensqualität zu erlangen.

Die gute Nachricht: Ist eine solche Mutation (in Kombination mit anderen Mutationen) bekannt, kann man mit gezielt eingesetzten Nahrungsergänzungsmitteln die mangelnde Methylierung unterstützen.

Wenn Du Deine Methylierungsfähigkeit mit Hilfe eines Gentests überprüfen möchtest, findest Du hier weitere Informationen dazu.

Wenn Du Fragen hast, stelle sie gerne in der Facebook-Gruppe von HPU and You.

Herzliche Grüße

Sonja