Was essen bei HPU?

Die meisten HPUler (etwa 80 % laut Dr. Tina Maria Ritter) profitieren von einer Ernährung ohne:

  • Weizen (stattdessen Dinkel oder glutenfrei)
  • Kuhmilchprodukte (stattdessen Ziegen- und Schafsmilchprodukte)
  • Soja (stattdessen Mandel- oder Reismilch)
  • Eier
  • Hefe

Die Lebensmittel sollten möglichst aus biologischem Anbau (toxin- und pestizidarm, nährstoffreich) stammen und frisch zubereitet (geriner Histamingehalt) sein. Aufgrund der darmschädigenden Wirkung vieler Zusatzstoffe sollten HPUler auf Fertiggerichte jeglicher Art grundsätzlich verzichten. Als positiv hat sich eine kohlenhydratarme, an individuelle Unverträglichkeiten angepasste Ernährung erwiesen. Alkohol und Koffein werden von vielen HPUlern schlecht vertragen.

Kohlenhydrate reduzieren

HPUler haben oft Probleme mit dem Blutzuckerspiegel. Kamsteeg beschreibt, dass 78 % in Fragebögen des Forschungsinstituts Keac angaben, zwischen den Mahlzeiten Heißhunger zu verspüren. 70 % der HPUler berichteten von Übelkeit, Zittern und Schwindel bei Hunger.

Gründe dafür sind die schlechte Verwertbarkeit von Fruktose (durch Zinkmangel) und Probleme bei der Aktivierung und Deaktivierung von Insulin (durch Vitamin B6 Mangel) bei HPUlern .

Zum Aktivieren und Deaktivieren von Insulin in der Leber benötigt der Körper Gluthation. Gluthation besteht aus den drei Aminosäuren Glutaminsäure, Cystein und Glycin. Für den Aufbau von Cystein benötigt der Körper zwei Moleküle Pyridoxal-5-Phosphat (P5P, die aktive Form von Vitamin B6).

Weitere Informationen zur Fruktoseunverträglichkeit bei HPU finden Sie hier.

Toxine in Lebensmitteln vermeiden

Grunsätzlich gilt: HPUler sind schlechte Entgifter. Daher sollten die Lebensmittel, die ein HPU-Betroffener zu sich nimmt, möglichst wenig mit Pestiziden und anderen toxischen Stoffen belastet sein.

Diese Lebensmittel sollten Bio sein:

Manche Pflanzen werden öfter mit Pestiziden oder anderen Pflanzenschutzmitteln behandelt als andere. Dann gibt es Pflanzen, die bevorzugt toxische Stoffe aus dem Boden aufnehmen und speichern können. Wer möglichst wenig Toxine über die Nahrung aufnehmen möchte, sollte vor allem diese Lebensmittel in Bio-Qualität kaufen oder selbst erzeugen.

Die Environmental Working Group (EWG) aus den USA stellt jährlich ihre Liste der „Dirty Dozen“ (das schmutzige Dutzend) zusammen. Darin listen sie die Lebensmittel, die am stärksten mit Pestizid-Rückständen belastet sind. Ebenso gibt es eine Positivliste mit Lebensmittel, in denen wenige Pestizide gefunden wurden.

Biologisch erzeugte Lebensmittel sind in der Regel teurer als konventionell hergestellte. Wer aus Kostengründen nicht alle Lebensmittel in Bio-Qualität kaufen kann/möchte, sollte bei folgenden Produkten die biologisch erzeugte Variante vorziehen, da konventionell erzeugte Lebensmittel dieser Art häufiger als andere mit Pestiziden oder anderen toxischen Stoffen belastet sind:

Achtung:

Bio ist nicht gleich bio. Lebensmittel, die lediglich die EG-Bio-Verordnung erfüllen, müssen die geringsten Anforderungen zur Zertifizierung erfüllen.

Strengeren Vorgaben unterliegen Produkte, die eine Kennzeichnung eines Bio-Anbauverbandes tragen (Bioland, Demeter, Naturland, Bio-Suisse, Bio Austria etc.). Welche Vorgaben sich hinter den Kennzeichnungen verbergen, können Sie hier nachlesen.

GEMÜSE

Paprika
Spinat
Grünkohl
Kürbis
Grüne Bohnen
Kartoffen
Gurken
Tomaten
Sellerie

OBST

Äpfel
Trauben
Erdbeeren
Kirschen
Birnen
Pfirsiche
Nektarinen
Blaubeeren

ANDERE LEBENSMITTEL

Milchprodukte
Fleisch und Fisch
Reis

(kann auch in Bio-Qualität viel Arsen enthalten, daher vor der Zubereitung sehr gründlich mit heißem Wasser waschen)

Fleisch von Tieren aus Weidehaltung

Fleisch von biologisch ernährten Rindern aus Weidehaltung enthält nicht nur weniger Toxine, sondern auch ein günstigeres Omega-3/6-Verhältnis als Fleisch von Tieren aus konventioneller Haltung. Das Omega-3/6-Verhältnis ist besonders wichtig bei der Regulation von Entzündungsreaktionen im Körper, die häufig bei einem Leaky Gut auftreten können.

Fleisch/Vegetarismus

Fleisch und Fisch sind wichtige Zink-Lieferanten. Vegetarier sollten in besonderem Maßen auf den Verzehr von zinkhaltigen Lebensmitteln achten. Viel Zink steckt in Linsen, Erbsen, Karotten, Weizenkleie, Nüssen, Mais, Eiern und Beeren.

Gibt es eine HPU-Diät?

Nein, denn mit dem HPL-Komplex wird so viel Vitamin B6 und Zink ausgeschieden, dass diese Mängel allein durch die Ernährung nicht auszugleichen sind.

Die Ernährung kann jedoch die HPU-Mikronährstofftherapie unterstützen.

Mikronährstoffe in Lebensmitteln

HPUler haben einen höheren Mikronährstoffbedarf als Menschen ohne HPU. Unsere Lebensmittel enthalten aber weniger Mikronährstoffe als von einigen Jahrzehnten. Das liegt vor allem an den ausgelaugten Böden, auf denen unsere Lebensmittel erzeugt werden.

Den Bedarf an Mikronährstoffen allein über die Nahrung zu decken, ist für den HPUler nicht möglich. Dennoch sollte zumindest ein Großteil der benötigten Mikronährstoffe aus hochwertigen Lebensmitteln stammen.

Getreide / Gluten

Viele Menschen mit HPU reagieren empfindlich auf glutenhaltiges Getreide. Diese Unverträglichkeiten können sich in Blähungen, Stuhlunregelmäßigkeiten, Bauchschmerzen, Übelkeit, aber auch in Kopf-und Gliederschmerzen äußern. Sowohl Dr. Kamsteeg, als auch andere Therapeuten (Dr. Joachim Strienz, Kyra und Sascha Kaufmann, Dr. Tina Ritter) berichten von einer häufig beobachteten und über IgG-Tests nachgewiesene Getreide-Unverträglichkeiten. Dr. Strienz führt den Mangan-Mangel als einen möglichen Grund dafür an. Unter der Mikronährstofftherapie kann sich diese Unververträglichkeit bessern und der Glutenverzicht gelockert werden.

Dr. Strienz empfiehlt seinen Patienten lediglich eine Gluten-Reduktion (nicht alle Mahlzeiten sollten glutenhaltige Lebensmittel enthalten). Bei Kyra und Sascha Kaufmann hat sich die LOGI® -Methode des Ernährungswissenschaftlers Dr. Nicolai Worms bewährt. Sie beruht auf deutlich weniger Getreideprodukten, dafür mehr Gemüse, gesunde Fette und mehr Eiweißen, als es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) momentan empfiehlt.

Eier / Milchprodukte

Neben Gluten sorgen Eier und Milchprodukte häufig für Unverträglichkeiten. Viele HPUler mit Magen-Darm-Beschwerden erfahren Besserung, wenn sie auf Getreide- und Milchprodukte, sowie auf Eier verzichten.

Milchprodukte von Schafen und Ziegen werden von HPUlern meist besser vertragen als Kuhmilch-Produkte.

Fructose

Eine häufige Begleiterscheinung der HPU ist die Fructosemalabsorption (Fructoseintoleranz). Sie beruht auf einem gestörten Transportsystem für Fructose im Dünndarm. Mehr zur FructoseIntoleranz finden Sie hier.

Betroffene sollten die Fructose-Zufuhr auf ein Minimum reduzieren. Vor allem aus Fruchtsäften und Limonaden kann die Fructose schlecht verstoffwechselt werden, da sie von dort schnell, in großen Mengen und ohne Begleitende Stoffe wie Polyphenole oder Ballaststoffe aufgenommen wird.

Histamin

Auch wenn keine Histapenie oder Histaminose nachgewiesen wurde, sollten HPUler histaminhaltige Speisen und Getränke nur in Maßen konsumieren. Der Grund dafür: Für den Histaminabbau im Darm benötigt der Körper viel Zink und Vitamin B6. Weitere Informationen zur Histaminunverträglichkeit und einer angemessenen Ernährung finden Sie hier.

Soja

HPUler mit Schilddrüsenproblemen sollten Soja nur in Maßen konsumieren. Der Grund dafür: Soja ist reich an Isoflavenen. Isoflavene können die Bindung des Schilddrüsenhormons T4 an bestimmte Proteine verhindern. In der Folge wird mehr T4 ausgeschieden. Isoflavene behindern auch die Umwandlung von T4 in T3, indem sie die 5`-Dejodinase hemmen.

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