Was ist Stress für den HPUler?

Nahezu alle HPUler leider unter einer geringen Stresstoleranz. Während positiver Stress dem Menschen kurrzeitig zu mehr Energie verhilft, äußert sich negativer oder langanhaltender Stress im Gefühl des Überlastet-Seins. Diese Überlastung kann kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • eigene Gedanken (Schaffe ich das? Bin ich gut genug?)
  • Druck von außen (Geldsorgen, beruflicher Druck, Schicksalsschläge…)
  • unglückliche zwischenmenschliche Beziehungen
  • Verzehr von individuell unverträglichen Nahrungsmitteln
  • chronische Infektionen
  • zu wenig Bewegung
  • zu wenig oder nicht erholsamer Schlaf

Leere Batterien lassen Stressberge höher erscheinen

Wieso kann der HPUler so schlecht mit Stress umgehen? Dr. Tina Maria Ritter, HPU Expertin mit Praxis in Mannheim, hat darauf eine einleuchtende Antwort:

„Wenn – bildlich gesprochen – die Batterien halb leer sind, erscheinen viele Situationen als Problem.“

Dr. Tina Maria Ritter, Stoffwechselstörung HPU, Wenn Stress krank macht – das Selbsthilfeprogramm, TRIAS Verlag

Je schwächer sich ein Mensch fühlt, desto größer und unüberwindbarer erscheinen ihm seine Aufgaben bzw. seine Probleme. Läuft der Stoffwechsel des HPUlers nach dem Auffüllen der fehlenden Mikronährstoffe wieder runder, bessert sich auch seine Stresstoleranz.

Teufelskreis Stress bei HPU

Weil beim HPUler einige Enzyme der Hämsynthese nicht richtig arbeiten, entsteht statt funktionsfähigem Häm das toxische Hämopyrrollaktam (HPL). Um diesen Stoff wasserlöslich zu machen und über den Urin loszuwerden, heftet der Körper Zink, Vitamin B6 und teilweise auch Mangan an HPL. Damit gehen dem HPUler ständig große Mengen diese wichtigen Mikronährstoffe verloren.

Bei Stress (egal ob selbstgemacht oder von außen) produziert der Körper mehr Hämopyrrollaktam – und verliert damit mehr Zink, Vitamin B6 und Mangan. 

Das wiederum schwächt den HPUler, was seine Anfälligkeit für Stress erhöht. Ein Teufelskreis hat begonnen.

Die Synthese (Herstellung) von Häm findet im Intermembranraum der Mitochondrien statt. Bekannt sind diese Zellorganellen auch als „Kraftwerke der Zelle“, obwohl sie weit mehr Funktionen übernehmen, als Energie für den Körper in Form von ATP herzustellen. Zur Bildung von Häm benötigt der Körper neben Eisen, Vitamin B2 und Glycin auch Vitamin B6 und Zink. Letztere sind beim HPUler oft Mangelware.

In den Mitochondrien entstehen natürlicherweise Sauerstoffradikale (Reaktive Sauerstoff Spezies = ROS). Obwohl die Mitochondrien diese reaktiven Sauerstoffmoleküle bilden, reagieren sie sehr empfinlich darauf. Daher gibt es im Körper verschiedene Schutzsysteme, die ROS unschädlich machen. Zum ROS-Schutzsystem gehören die Enzyme:

  • Superoxiddismutase (SOD 1, 2 und 3) –> SOD2 arbeitet nur, wenn Mangan zur Verfügung steht, SOD1 und SOD3 benötigen je Zink und Kupfer)
  • Katalase (benötigt Eisen)
  • Gluthationperoxidase (benötigt Selen)

Ein Mangel der benötigten Mikronährstoffe für zu Mitochondrien-Schäden und zu Energiemangel. Bei Energiemangel wiederum erhöht sich das Stressempfinden. So führt die Stress-Spirale des HPUlers immer weiter bergab.

Entspannungsmethoden

Entspannungsmethoden sind für den HPUler kein Luxus, sondern essentielle Hilfsmittel, um mit der zur Verfügung stehenden Energie besser haushalten zu können.

Entspannung kann individuell unterschiedlich erreich werden. Finden Sie heraus, was Ihnen guttut und Ihr Energielevel wieder nach oben pusht. Das kann z.B.:

  • regelmäßiges Yoga
  • autogenes Training
  • ein Spaziergang an der frischen Luft
  • Gartenarbeit

sein.