HPU = Entgiftungs-Schwäche

HPUler können aufgrund des fehlerhaft gefalteten Häm, das ständig ausgeschieden wird, und aufgrund des Mikronährstoffmangels schlechter entgiften als die Allgemeinbevölkerung.

„Vereinfacht können wir die Stoffwechselstörung HPU als Entgiftungsschwäche begreifen.“

Dr. Tina Maria Ritter, Stoffwechselstörung HPU – Wenn Stress krank macht. TRIAS Verlag, 2018

System überlastet

Der HPU-Betroffene ist ständig so sehr mit der Entgiftung seiner Stoffwechselprodukte ausgelastet, dass Giftstoffe von außen das System schnell überlasten können.

„Es kommt schneller an seine Grenzen, und das spiegelt sich im Verhalten des Menschen selber, der psychisch und physisch schneller an seine Grenzen kommt.“

Dr. Tina Maria Ritter, Stoffwechselstörung HPU – Wenn Stress krank macht. TRIAS Verlag, 2018

Es wird schnell klar: Der HPUler sollte seine externe Toxinbelastung so gering wie möglich halten. Folgende Maßnahmen bieten sich dazu an:

Mitochondrien von HPUlern besonders anfällig für Metallbelastung

Bei HPU kommt es häufig zu einem Mangel an Mikronährstoffen. Außerdem ist die Bildung Häm-haltiger Enzyme gestört, wie z. B. der Cytochrom-P450-Oxidasen. Die fehlerhaften Enzyme können den oxidativen Schutz des Körpers nicht mehr ausreichend aufrecht erhalten. Auch die Entgiftungsleistung ist eingeschränkt.

Eine Studie, die im August 2019 in der Zeitschrift „OM und Ernährung“ veröffentlicht wurde, zeigte einen Zusammenhang zwischen der Belastung mit Metallen und der Funktion der Mitochondrien bei neu-diagnostizierten HPUlern (Huesker, Thiem und Assheuer, OM & Ernährung 2019; SH14: 26-28).

Die Forscher nutzten dazu Laborwerte, die bei neu-diagnostizierten HPUlern am Institut für Medizinische Diagnostik (IMD) in Berlin erhoben wurden. Die spanndene Entdeckung:

Die Tagesausscheidung von Hydroxy-Hämopryrrollaktam (HPL, gemessen bei KEAC, Niederlande) korreliert mit der Arsenkonzentration im Blut der neue diagnostizierten HPUler.

In anderen Worten: Je höher der HPL-Wert beim HPU-Test war, desto mehr Blei fanden die Wissenschaftler im Blut des betreffenden Patienten.

Ein weitere Beobachtung fiel auf: Je mehr Blei und Arsen die HPU-Patienten im Blut aufwiesen, desto weniger intrazelluläres ATP war nachweisbar. Intrazelluläres ATP ist ein Laborparameter, der Aufschluss über die Funktion der Mitochondrien gibt. Niedrige ATP-Werte deuten auf eine schlechte Mitochondrienfunktion hin. HPUler reagieren auf eine Arsen- und Bleibelastung offenbar besonders sensibel.

Tipp für Therapeuten:

HPU-Therapeuten sollten daher chronische Metallbelastungen aufspüren und die Quellen eliminieren (beim IMD in Berlin als Multielementanalyse im Blut Analyse 103 oder 271; als gezielte Einzelanalyse im EDTA-Vollblut auch als GKV-Leistung). ATP stellt einen aussagekräftigen Biomarker dar, wenn metallassoziierte Mitochondrienschäden bei HPUlern diagsnotiziert werden wollen (IMD Analyse 91, Schein „Spezielle Immunologie“).