Hohe Werte – starke Symptome

Fällt ein HPU-Test positiv aus, liegt die Stoffwechselstörung grundsätzlich vor. Über die Art und Ausprägung der Symptome sagt der Testwert allerdings nichts aus.

Grundsätzlich bringt der Entdecker der HPU, Dr. John Kamsteeg, hohe Konzentrationen des HPL-Komplexes, der beim HPU-Test gemessen wird, mit starken Symptomen in Verbindung. In seinem Buch „HPU und dann“ schreibt er: „Wenn im Urin eine sehr hohe Konzentration des HPL-Komplexes zu finden ist (über 2,5 µmol pro Liter), dann bedeutet dies für gewöhnlich eine Verschlimmerung des Beschwerdebildes.“

Nicht nur der Mikronährstoff-Verlust durch die Ausscheidung des defekten Häms ruft Symptome hervor, sondern auch die Anhäufung der Pyrrole im Körper. Lagern sich die Pyrrole in den Muskeln ab, kann es beispielsweise zu Glieder- und Gelenkschmerzen (einer sog. Fibromyalgie) kommen.

Große Symptom-Bandbreite

Da Häm an über 300 enzymatischen Reaktionen im menschlichen Stoffwechsel beteiligt ist, kann durch HPU eine große Bandbreite an Symptomen entstehen. Vor allem bei erhöhtem Stress (psychischer Stress, einseitige Ernährung, Verletzungen, Leaky Gut, Infektionen, toxische Belastungen…) scheidet der Körper vermehrt defektes Häm über den Urin aus.

Da der Körper an das defekte Häm vor allem Zink und Vitamin B6 (in geringem Maß auch Mangan) heftet, um es über die Niere ausscheiden zu können, fehlen diese Mikronährstoffe im Körper. Je nachdem, an welcher Stelle im Stoffwechsel ein Defizit entsteht, treten unterschiedliche Symptome bei den HPU-Betroffenen auf. Zu den häufigsten zählen:

  • Allgemeines Befinden
  • Schilddrüse
  • Magen und Darm
  • Uro-Genital-Bereich
  • Haut
  • Zähne und Knochen

Die Symptome können in ihrem Auftreten variieren und in ihrer Ausprägung stark schwanken.

Zink- und Vitamin B6-Mangel und ihre (möglichen) Folgen

Die meisten Patienten erleiden durch das zinkgebundene Ausscheiden des HPL-Komplexes einen Zinkmangel. Dieser zieht oft häufige, zum Teil sogar chronische Infektionen (z. B. der Nasennebenhöhlen) nach sich. Diese verbrauchen wiederum große Mengen an Eisen.

Schilddrüse und Nebennieren-Schwäche

Auch Vitamin B6 benötigt der Körper zur Produktion von Vitamin B3 (Niacinamid), das wiederum am Aufbau der Schilddrüsenhormone beteiligt ist. (Zu Schilddrüsenproblemen kommt es bei HPU-Patienten häufig).

Schilddrüsenhormone sind zentrale Regulatoren zahlreicher Stoffwechselvorgänge wie auch der Verdauung. Eine Störung der Schilddrüsenhormone geht meist mit einer gestörten Verdauung einher. Entstehen Nahrungsmittelunverträglichkeiten aufgrund einer gestörten Darmbarriere, ist das Immunsystem durch systemische Entzündungsreaktionen ständig in Alarmbereitschaft. Das ständige Herunnterregulieren des Immunsytems durch Cortisol schwächt wiederum die Nebennieren.

Erschöpfung

Die Hormone der Nebenniere und der Schilddrüse verleihen dem Körper Kraft und Ausdauer. Beide sind voneinander abhängig und versuchen Schwächen des jeweils anderen Organs auszugleichen. Das kann das noch gut funktionierende Organ jedoch schnell überlasten und beim HPU-Patienten zu Erschöpfungsphasen oder gar einem totalen Burn-Out führen.

HPU und die Psyche

Ständige oder immer wiederkehrende Erschöpfungszustände führen dazu, dass sich die meisten HPUler als körperlich und psychisch nicht belastbar einstufen. Aufgrund des chronischen Mangels an den Mikronährstoffen Zink, Vitamin B6, Magnesium und Mangan kommen auch die Neurotransmitter aus dem Gleichgewicht. Denn zu ihrer Herstellung werden die entsprechenden Mikronährstoffe zwingend benötigt.

Noradrenalin steuert die Aufmerksamkeit. Für seine Synthese benötigt der Körper Mangan, Vitamin B6 und Zink.

Serotonin steuert die Impulskontrolle, positive Stimmung und das Sättigungsgefühl. Für seine Synthese benötigt der Körper Zink, Magnesium und Vitamin B6.

Dopamin steuert den Antrieb. Für seine Synthese benötigt der Körper Mangan und Vitamin B6.

Ängste sind ein häufiger Begleiter des HPUlers. Die rühren zum einen von Mikronährstoffmängeln und den dadurch gestörten Synthesewegen der Neurotransmitter. Andererseites resultieren die Ängste des HPUler aus den zahlreichen körperlichen Defiziten, mit denen Betroffene zu kämpfen haben. Dazu gehören Allergien, Unterzuckerungszustände, Kreislaufprobleme und mikronährstoffbedingte, hormonelle Veränderungen.