HPU wird über den Urin diagnostiziert

Ein HPU-Test misst die mit dem Urin ausgeschiedenen Hämopyrrole, die Vitalstoffe wie Zink, Vitamin B6 und Mangan gebunden haben. Die chemisch korrekte Bezeichnung für den bei HPU mit dem Urin ausgeschiedenen Komplex lautet 5-Hydroxy-Hämopyrrollaktam-Zink-Chelat-Komplex.

Im Teströhrchen für den Urin befindet sich Vitamin C, das den 5-Hydroxy-Hämopyrrollaktam-Zink-Chelat-Komplex über 5 Tage stabil hält. Spätestens dann sollte die Urinprobe analysiert werden.

Tipp: Vermeiden Sie Proben, die samstags im Labor eintreffen.

Morgenurin-Test oder 24-Stunden-Urin-Test?

Auf der Seite von KEAC finden Sie sowohl einen Morgenurin-Test, als auch einen 24-Stunden-Sammel-Urintest. Beide messen dieselben Pyrrole. Da etwa 5 % der HPU-Betroffenen die Pyrrole erst nach einer warmen Hauptmahlzeit ausscheiden, würde bei diesen Menschen der Morgenurin negativ ausfallen. Der 24-Stunden-Sammel-Urintest ist etwas teurer und aufwendiger in der Durchführung, das Ergebnis dafür aber sicher.

Der HPU-Test von KEAC

Entwickelt wurde der Original-Test von Dr. Kamsteeg in den Niederlanden, der HPU im Jahr 2000 entdeckte. Kamsteeg gründete sein Forschungsinstitut namens KEAC (Klinisch Ecologisch Allergie Centrum) bereits im Jahr 1989. Bis heute betreibt das Institut Forschung zu HPU, sowie zu Erkrankungen der Schilddrüse und zu Umwelterkrankungen.

Das HPU­Testkit® von keac in Holland können Sie über die KEAC Webseite anfordern.

Kosten KEAC-HPU-Test®

24- Stunden-HPU-Test:

65,50 Euro + 7,50 Euro Versand

(+ MwSt, wenn der Test nicht über einen Therapeuten bezogen wird)

Morgenurin-HPU-Test:

53,63 Euro + 7,50 Euro Versand

(+ MwSt, wenn der Test nicht über einen Therapeuten bezogen wird)

Achtung: Der Morgenurintest sollte mit dem 1. Urin am Morgen stattfinden. Bei Toilettengängen während der Nacht kann das Ergebnis verfälscht werden.

Diese Punkte sollten Sie beim HPU-Test® laut KEAC beachten:

  • Nehmen Sie 14 Tage vor dem Test kein Zink, Vitamin B6 (oder die aktivierte Form P5P), Mangan oder Biotin als Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Der Test kann sonst falsch negativ ausfallen.
  • Testen Sie nicht während oder kurz nach einer antibiotischen Behandlung. Antibiotika können die Menge ausgeschiedener HPL auch negativ beeinflussen.
  • Testen Sie nicht während oder kurz nach der Menstruation. Während und in den ersten Tagen nach der Menstruation ist die Menge ausgeschiedener HPL-Komplexe stark herabgesetzt. Die höchsten Werte werden um den Eisprung und kurz vor der Menstruation gemessen.
  • Testen Sie nicht, wenn Sie am Tag zuvor große Mengen Alkohol getrunken haben.
  • Testen Sie nicht unmittelbar nach einer Eiseninfusion. Der Test fällt dann negativ aus.
  • Der Test sollte möglichst rasch im Labor eintreffen. Vermeiden Sie das Absenden kurz vor dem Wochenende.

Heilpraktikerin Mirjam Spletzer erklärt, was bei der Durchführung des HPU-Tests zu beachten ist:

Andere HPU-Tests

Auch die Firma Medivere bietet einen Test an, der laut eigenen Angaben „wahrscheinlich Hämopyrrol im Morgen-Urin erfasst“. Während das von KEAC patentierte Testverfahren auf Antikörpern basiert, die den Hämopyrrollaktam-Komplex ganz spezifisch erfassen, beruht der Test von Medivere auf einem unspezifischeren Trennverfahren (HPLC) der Pyrrole im Urin. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hierbei auch andere Pyrrole außer dem Hämopyrrollaktam-Komplex erfasst werden. Diese können beispielsweise auch nach extremer Stress- oder Toxinbelastung ausgeschieden werden.

Warum eine Mikronährstoffanalyse zur Diagnose von HPU nicht ausreicht

HPU kann einen chronischen Mangel an Zink, Vitamin B6 und/oder Mangan erzeugen. Das legt die Vermutung nahe, allein über ein Blutbild eine Diagnose stellen zu können. Doch nicht bei jedem HPU-Patient liegt ein Mangel bei allen 3 Mikronährstoffen vor.

Folgende Blutwerte können auf eine HPU hindeuten:

  • P5P (aktive Form von Vitamin B6) vermindert
  • Homocystein erhöht
  • LDL und Cholesterin erhöht
  • Biotin erniedrigt
  • Leukozyten erniedrigt
  • Zink vermindert
  • MCV oder MCHC erhöht
  • alkalische Phosphatase (zinkabhängiges Enzym) vermindert
  • Erythrozyten vermindert

HPU Patienten können sogar erhöhte Vitamin B6 Werte aufweisen, da der gestörte Stoffwechsel das nicht aktivierte Vitamin B6 nicht verwerten kann.
Für die Aufnahme von Vitamin B6 aus dem Blut benötigt der Körper Energie in Form von ATP. Genau diese Energie fehlt HPUlern häufig, denn HPU geht häufig mit einer Mitochondriopathie (einer Schwäche der Mitochondrien) und damit mit einem ATP-Mangel einher. Dieser äußert sich in erschöpften, chronisch müden Patienten, die nicht selten an einer Anämie (Blutarmut, Verminderung der Hämoglobin-Konzentration im Blut) leiden.

Was ist der Unterschied zwischen HPU und KPU?

KPU = Kryptopyrrollurie, HPU = Hämopyrrollaktamurie

Tabelle auf Smartphone bitte scrollen
AbkürzungKPUHPU
Voller NameKryptopyrrollurieHämopyrrolurie
Gemeinsame BezeichnungPyrrolurie (engl. Pyrrolics)
Substanz, die im Urin nachgewiesen wird 2,4-Dimethyl-3-Ethylpyrrol5-Hydroxy-Hämopyrrollaktam-Zink-Chelat-Komplex
Kosten des NachweisesGünstig (ca. 30 Euro)Teuer (ca. 85 Euro)
TherapieNahezu gleich

HPU und KPU sind beides Störungen des Häm-Stoffwechsels, jedoch nicht identisch. Kamsteeg beschreibt beispielsweise: 42 Prozent der Menschen mit HPU weisen (anti-TPO) Antikörper im Blut gegen die Schilddrüse auf. Diesen hohen Prozentsatz findet man nicht bei KPU.

Warum ein KPU-Test keine HPU diagnostiziert

HPU und KPU (Kryptopyrrolurie) sind ähnlich, aber nicht identisch. Bei beiden Stoffwechselstörungen werden Pyrrole ausgeschieden, die der Körper aufgrund enzymatischer Schwächen fehlerhaft zusammengebaut und und im Anschluss aufgrund ihrer toxischen Wirkung wieder ausscheiden muss. Bei der KPU wird 2,4-Dimethyl-3-Ethylpyrrol (Kryptopyrrol), bei der HPU 5-Hydroxy-Hämopyrrollaktam-Zink-Chelat-Komplex (HPL) ausgeschieden.

Die KPU wurde bereits in den 1960er Jahren entdeckt – HPU erst 40 Jahre später. Der KPU-Test erfolgt recht unspezifisch mit dem Ehrlich-Reagenz und ist immer dann positiv, wenn sich Pyrrole im Urin befinden. Das kann beispielsweise auch nach der Einnahme bestimmter Medikamente oder einer Toxin-Exposition der Fall sein. Auch Dysbiosen im Darm können zur Ausscheidung von Pyrrolen führen.

Der HPU-Nachweis ist hingegen sehr viel genauer. Er weist nur das HPL nach, das ausschließlich mit HPU in Verbindung gebracht wird.

Eine Hochdosis-Mikronährstoff-Therapie über einen längeren Zeitraum sollte nur bei einem positiven HPU-Test in Betracht gezogen werden.