Hat Sarah Probleme mit Histamin?

Da viele HPUuler ein Problem mit Histamin haben, schickte Sarahs Therapeut eine Blutprobe ins Labor des holländischen Instituts Keac, um es dort auf seinen Gehalt an Histamin untersuchen zu lassen. Sarah wunderte sich zunächst, warum ihr Arzt die Untersuchung in Holland vornehmen ließ. Denn schließlich gibt es auch deutsche Labore, die den Histamingehalt im Blut bestimmen können. Ihr Arzt erklärte ihr, dass in Deutschland zwar ein Überschuss an Histamin im Blut bestimmt werden kann, nicht aber ein Mangel. Und genau dieser kommt bei HPUlern häufig vor.

Histapenie und ihre Folgen

Unbehandelte HPUler haben bedingt durch den Zinkmangel oft zu viel Kupfer im Körper (Zink und Kupfer sind Gegenspieler). Da die Histamin-abbauenden Enzyme kupferabhängig arbeiten, bauen sie bei einem Kupferüberschuss Histamin zu schnell ab. So kommt es bei vielen HPUlern gerade zu Beginn der Therapie zu einer sogenannten Histapenie – einem Histaminmangel. Weiter Hintergrundinformationen zur Histaminunverträglichkeit bei HPU gibt es hier.

Die Symptome eines zu hohen und zu niedrigen Histaminspiegels ähneln sich. Menschen mit Histapenie regieren auf histaminhaltige Lebensmittel oder Histaminliberatoren jedoch oft noch empfindlicher als Menschen mit einem dauerhaft erhöhten Histaminspiegel.

Sarah hat eine leichte Histapenie

Sarahs Ergebnisse der Blutanalyse ergaben einen Wert von 27 µg/L. Damit lag der Wert knapp unter dem Referenzbereich von 28 – 51 µg/L.

Zu den typischen Beschwerden einer Histapenie gehören:

  • chronische Müdigkeit
  • Übergewicht
  • schlechte Zähne
  • stark behaarte Haut
  • Angst- und Panikanfälle
  • Zysten/Geschwüre im Mund usw.

In eingen fand sich Sarah wieder. Der Test kostete etwa 80 Euro.

Auch im Stuhl hatte Sarahs Arzt den Histamingehalt untersuchen lassen. Auch dort konnten keine erhöhten Werte festgestellt werden.

Die Sofortmaßnahme: Histaminhaltige Lebensmittel meiden

Der Arzt riet Sarah, in nächster Zeit auf auf histaminreiche Nahrungsmittel zu verzichten. Dazu gehören vor allem Lebensmittel mit langer Lager- bzw. Reifezeit wie Hartkäse, Rotwein, Salami, aber auch Fisch (Thunfisch, Makrele Forelle), Wurst, Sojasoße, Hefeextrakt und Bier.

Auch histaminfreisetzende Lebensmittel sollte Sarah nur in Maßen verzehren. Dazu gehören z.B. Tomaten, Avocados, Rhabarber, Pfeffer, Ananas, Erdbeeren, Weintrauben, Schweinefleisch, Krusten- und Schalentieren, Kakao, Glutamate und alkoholhaltige Getränke.

 

 

Für Sarah kam die Diagnose HPU überraschend. Zudem hatte der Fragebogen auf der Webseite des testenden Instituts ergeben, dass Sarah wahrscheinlich keine HPU hat (sie hatte 7 von 14 möglichen Punkten). Angeblich typische HPU-Merkmale wie Übergewicht oder dünnes Haar trafen auf sie nicht zu. Und dennoch war der Test stark positiv ausgefallen.

Überraschend war das Ergebnis der Tests für Sarah auch deshalb, weil es zum ersten Mal in ihrer langjährigen Ärzteodyssee überhaupt einen Befund bzw. einen Anhaltspunkt für ihre Beschwerden gab.

Manchmal braucht man einfach Glück im Leben! Obwohl Sarah sich jahrelang mit ihren zahlreichen Symptomen beschäftigt und viel recherchiert hatte, war sie nie auf HPU gestoßen.

Geholfen hatte ihr ein Umzug in eine andere Stadt und ein damit verbundener Wechsel des Hausarztes. Bei diesem wollte sie eigentlich – mal wieder an einem Verdauungsbeschwerden-Tiefpunkt angelangt – eine Darmfloraanalyse durchführen lassen.

Als der Orthomolekularmediziner mit naturheilkundlicher Ausrichtung Sarahs langen Leidensweg gehört hatte, schlug er unmittelbar einen HPU-Test vor. „Eine Darmflora-Analyse können wir auch durchführen, aber Sie scheinen mir eine ganz typische HPU-Kandidatin zu sein!“

Sarah* (Name aus Datenschutzgründen von der Redaktion geändert) war schon immer ein eher ängstliches Kind, das häufig unter Bauchschmerzen und Übelkeit litt. In der Pubertät verstärkten sich die Beschwerden durch einen sehr niedrigen Blutdruck, Schwindel (wahrscheinlich bedingt durch starke Blutzuckerschwankungen) und gelegentliche Ohnmachtsanfälle. Die zahlreich besuchten Arztpraxen verließ Sarah stets ohne Diagnose.

„Das Kind hat nichts!“ hieß es. Die Beschwerden könnten allerdings psychisch bedingt sein.