Für Sarah kam die Diagnose HPU überraschend. Zudem hatte der Fragebogen auf der Webseite des testenden Instituts ergeben, dass Sarah wahrscheinlich keine HPU hat (sie hatte 7 von 14 möglichen Punkten). Angeblich typische HPU-Merkmale wie Übergewicht oder dünnes Haar trafen auf sie nicht zu. Und dennoch war der Test stark positiv ausgefallen.

Überraschend war das Ergebnis der Tests für Sarah auch deshalb, weil es zum ersten Mal in ihrer langjährigen Ärzteodyssee überhaupt einen Befund bzw. einen Anhaltspunkt für ihre Beschwerden gab.

Manchmal braucht man einfach Glück im Leben! Obwohl Sarah sich jahrelang mit ihren zahlreichen Symptomen beschäftigt und viel recherchiert hatte, war sie nie auf HPU gestoßen.

Geholfen hatte ihr ein Umzug in eine andere Stadt und ein damit verbundener Wechsel des Hausarztes. Bei diesem wollte sie eigentlich – mal wieder an einem Verdauungsbeschwerden-Tiefpunkt angelangt – eine Darmfloraanalyse durchführen lassen.

Als der Orthomolekularmediziner mit naturheilkundlicher Ausrichtung Sarahs langen Leidensweg gehört hatte, schlug er unmittelbar einen HPU-Test vor. „Eine Darmflora-Analyse können wir auch durchführen, aber Sie scheinen mir eine ganz typische HPU-Kandidatin zu sein!“

Sarah* (Name aus Datenschutzgründen von der Redaktion geändert) war schon immer ein eher ängstliches Kind, das häufig unter Bauchschmerzen und Übelkeit litt. In der Pubertät verstärkten sich die Beschwerden durch einen sehr niedrigen Blutdruck, Schwindel (wahrscheinlich bedingt durch starke Blutzuckerschwankungen) und gelegentliche Ohnmachtsanfälle. Die zahlreich besuchten Arztpraxen verließ Sarah stets ohne Diagnose.

„Das Kind hat nichts!“ hieß es. Die Beschwerden könnten allerdings psychisch bedingt sein.