HPU nicht ursächlich heilbar, aber gut zu therapieren

Nach momentanem Kenntnisstand ist HPU nicht ursächlich heilbar. Eine geeignete Therapie und eine Anpassung des Lebensstils ermöglicht den Betroffenen jedoch ein (nahezu) symptomfreies Leben. Die Basistherapie besteht daraus, die verloren gegangenen Mikronährstoffe (Zink, Mangan und aktiviertes Vitamin B6 (P5P)) dem Körper wieder zuzuführen.

„Die vollständige Rückbildung der Symptome kann allerdings Monate dauern und ist abhängig vom Lebensalter. Bei Kindern werden oft sehr rasche Verbesserungen beobachtet.“

Dr. med Joachim Strienz, Leben mit KPU, 6. Auflage, Zuckerschwerdt Verlag, 2017

Von der Schulmedizin nicht ernst genommen

Viele HPU-Betroffene durchlaufen vor ihrer Diagnose eine Ärzteodyssee mit unbefriedigendem Therapieerfolg. In Selbsthilfegruppen berichten sie von dem Gefühl des „sich nicht ernst genommen Fühlens“, des Abschiebens der Symptome auf die Psyche („wir können körperlich nichts finden, Ihre Problematik muss psychisch bedingt sein“) oder der reinen Symptombehandlung (Schmerztabletten bei chronischen Kopf- oder Bauchschmerzen).

Da HPU auch von psychischen Störungen wie Angst und Panikattacken, Depressionen, AD(H)S, sowie von Hochsensibilität begleitet sein kann, landen viele Betroffene in psychotherapeutischen Praxen.

Eine psychotherapeutische Behandlung kann eine sinnvolle Begleitung der HPU Therapie sein, den Ursachen der Symptome wirkt sie jedoch nicht entgegen.

Breites Symptomspektrum erfordert individuelle Therapie

Da sich HPU in sehr unterschiedlichen Symptomen äußern kann, gibt es keine generalisierte Therapie-Empfehlung, die für alle HPU-Betroffenen gleichermaßen gut funktioniert.

HPU tritt selten alleine auf, sondern ist häufig von Störungen:

  • der Schilddrüse (z.B. Hashimoto Thyreoiditis),
  • der Mitochondrien (Mitochondriopathie),
  • der Nebennieren (Nebennierenschwäche),
  • des Darms (Leaky Gut) und der Darmflora (Dysbiose) usw. begleitet.

Daher ist eine therapeutische Begleitung durch einen HPU-erfahrenen Arzt (Umwelt- oder Ortomolekularmediziner) oder Heilpraktiker meist unumgänglich.

Das niederländische Forschungsinstitut KEAC stellt auf seiner Webseite eine Therapeuten-Liste für Deutschland, Österreich und die Schweiz bereit. Die Therapeutenliste von HPU and You finden Sie hier.

Ausgleich von Mikronährstoffen

Der Grund für die Stoffwechselstörung HPU sind Häm-bildende Enzyme, die nicht richtig arbeiten. Individuell unterschiedlich können eines oder mehrere der insgesamt 8 Häm-produzierenden Enyzme betroffen sein. Als Folge stellt der Körper ein nicht korrekt gefaltetes Häm her, das aufgrund seiner fehlerhaften Struktur nicht richtig arbeiten kann. Da das fehlerhaft gefaltete Häm für den Körper toxisch ist, muss er es entsorgen. Das gelingt, indem er Vitamin B6, Zink und Mangan an das defekte Häm bindet und den gesamten Komplex über die Niere ausscheidet (dieser Komplex wird bei der Diagnose von HPU gemessen).

Damit ist das Problem des toxischen Häms zwar erst einmal gelöst, dem Körper gehen aber wichtige Mikronährstoffe verloren, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden. Ein wesentlicher Pfeiler der HPU-Therapie ist daher die ausreichende Versorgung des Körpers mit Mikronährstoffen. Dazu zählen in erster Linie Mineralstoffe wie:

  • Zink
  • aktiviertes Vitamin B6 (P5P)
  • Mangan.

Durch die Zufuhr dieser 3 Mikronährstoffe normalisiert sich auch die Häm-Synthese. Der Körper produziert mehr „gesundes“ Häm und weniger fehlgefaltetes, das er mit Mikronährstoffen ausleiten muss. Unterstützend für die Häm-Synthese kann auch die Aminosäure Glycin wirken, die unbedingt zur Häm-Produktion gebraucht wird.

Weitere Informationen zur Therapie mit Mikronährstoffen finden Sie hier.

Wie lange dauert die Therapie?

Mikronährstoffe müssen bei HPU lebenslang zugeführt werden – in stressigen Lebensphasen mehr als in entspannten Zeiten. Eine Besserung der Symptome ist bei Erwachsenen 4 bis 6 Monate nach Therapiebeginn zu erwarten, bei Kindern kann sie deutlich früher stattfinden.

In seinem Buch „HPU und dann“ beschreibt Dr. J Kamsteeg, dass sich meist in den ersten 3 Monaten nach Behandlungsbeginn die psychischen Symptome verbessern, ab dem 4. Monat etwa die körperlichen.

Therapie-Pause?

Kamsteeg berichtet auch von Mikronährstoff-freien Zeiten von etwa 1,5 Jahren, in denen die HPUler keine typischen HPU-Symptome aufwiesen. Das sei besonders bei den Patienten der Fall gewesen, die ihre Ernährung und ihr Stressmanagement umgestellt hatten. Er empfiehlt eine Basis-Therapie mit Mikronährstoffen von mindestens 9 Monaten.

Die HPU-Therapeutin Dr. Tina Ritter empfiehlt, die Nahrungsergänzungsmittel durchgängig einzunehmen.

Wichtig: Jedes neue Stressereignis (psychischer Stress, körperliche Überbeanspruchung, Infektionen…) kann den Patienten in der Therapie wieder zurückwerfen und die Produktion des HPL-Komplexes wieder befeuern. In besonders stressigen Phasen kann die Mikronährstoffzufuhr daher erhöht werden. Weitere Informationen zum Umgang mit Stress finden Sie hier.

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