Hämo-Pyrrollaktam-Urie

Therapie

HPU – was kann ich tun?

HPU nicht ursächlich heilbar, aber gut zu therapieren

Nach momentanem Kenntnisstand ist HPU nicht ursächlich heilbar. Eine geeignete Therapie und eine Anpassung des Lebensstils ermöglicht den Betroffenen jedoch ein (nahezu) symptomfreies Leben. Die Basistherapie besteht daraus, die verloren gegangenen Mikronährstoffe (Zink, Mangan und aktiviertes Vitamin B6 (P5P)) dem Körper wieder zuzuführen. Eine Ernährung ohne Gluten, Milchprodukte, Zucker und Koffein verschafft vielen HPUlern Erleichterung.

Wichtig: Die vollständige Rückbildung der Symptome kann allerdings Monate dauern und ist auch abhängig vom Lebensalter. Bei Kindern werden oft sehr rasche Verbesserungen beobachtet.

So sieht eine HPU-Therapie aus

Obwohl sich die HPU in ganz unterschiedlichen Symptomen äußern kann, profitieren alle HPU-Betroffenen von folgenden grundsätzlichen Maßnahmen:

  • eine Ernährung, die an die HPU angepasst ist
  • eine gute Stresskompensation,
  • regelmäßige Bewegung ohne Überforderung,
  • eine auf die individuellen Bedürfnisse angepasste Mikronährstoff-Versorgung,
  • ein toxinarmes Leben.

Damit dein Therapiestart gelingt, habe ich dir hier die 5 häufigsten Fehler zum Therapiebeginn aufgelistet. Wie du die HPU-Therapie nebenwirkungsarm beginnst und fortführst und worauf du dabei besonders achten solltest, erkläre ich dir Schritt-für-Schritt in meinem HPU-Start-Programm.

 

 

Von der Schulmedizin nicht ernst genommen

Viele HPU-Betroffene durchlaufen vor ihrer Diagnose eine Ärzteodyssee mit unbefriedigendem Therapieerfolg. In Selbsthilfegruppen berichten sie von dem Gefühl des “sich nicht ernst genommen Fühlens”, des Abschiebens der Symptome auf die Psyche (“wir können körperlich nichts finden, Ihre Problematik muss psychisch bedingt sein”) oder der reinen Symptombehandlung (Schmerztabletten bei chronischen Kopf- oder Bauchschmerzen).

Da HPU auch von psychischen Störungen wie Angst und Panikattacken, Depressionen, AD(H)S, sowie von Hochsensibilität begleitet sein kann, landen viele HPUler in psychotherapeutischen Praxen.

Viele Ärzte lehnen die HPU entweder grundsätzlich ab oder kennen sich nicht gut mit den besonderen Bedürfnissen von HPUlern aus. Daher ist es essentiell wichtig, dass sich Betroffene selbst gut in die Thematik einlesen.

 

Ausgleich von Mikronährstoffen

Der Grund für die Stoffwechselstörung HPU sind Häm-bildende Enzyme, die nicht richtig arbeiten. Individuell unterschiedlich können eines oder mehrere der insgesamt 8 Häm-produzierenden Enyzme betroffen sein. Als Folge stellt der Körper ein nicht korrekt gefaltetes Häm her, das aufgrund seiner fehlerhaften Struktur nicht richtig arbeiten kann. Da das fehlerhaft gefaltete Häm für den Körper toxisch ist, muss er es entsorgen. Das gelingt, indem er Vitamin B6, Zink und Mangan an das defekte Häm bindet und den gesamten Komplex über die Niere ausscheidet (dieser Komplex wird bei der Diagnose von HPU gemessen).

Damit ist das Problem des toxischen Häms zwar erst einmal gelöst, dem Körper gehen aber wichtige Mikronährstoffe verloren, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden. Ein wesentlicher Pfeiler der HPU-Therapie ist daher die ausreichende Versorgung des Körpers mit Mikronährstoffen. Dazu zählen in erster Linie Mineralstoffe wie:

  • Zink
  • aktiviertes Vitamin B6 (P5P)
  • Mangan.

Durch die Zufuhr dieser 3 Mikronährstoffe normalisiert sich auch die Häm-Synthese. Der Körper produziert mehr “gesundes” Häm und weniger fehlgefaltetes, das er mit Mikronährstoffen ausleiten muss. Unterstützend für die Häm-Synthese kann auch die Aminosäure Glycin wirken, die unbedingt zur Häm-Produktion gebraucht wird. Den meisten HPUlern mangelt es jedoch noch an zahlreichen weiteren Mikronährstoffen, was sich in Labortests zeigt.

 

Wie lange dauert die Therapie?

Mikronährstoffe müssen bei den meisten HPUlern lebenslang zugeführt werden – in stressigen Lebensphasen mehr als in entspannten Zeiten. Eine Besserung der Symptome ist bei Erwachsenen 4 bis 6 Monate nach Therapiebeginn zu erwarten, bei Kindern kann sie deutlich früher stattfinden.

Bei vielen HPUlern bessern sich in den ersten 3-4 Monaten nach Behandlungsbeginn die psychischen Symptome, ab dem 4. Monat etwa die körperlichen. Wann sich die verschieden ausgeprägten Symptome verbessern, ist jedoch individuell sehr unterschiedlich.

Die HPU selbst managen?

Die HPU bleibt wahrscheinlich ein Leben lang bestehen, kann aber mit einer guten Mikronährstofftherapie und einem angepassten Lebensstil sehr wirkungsvoll ausgeglichen werden. Wichtig ist, dass du weisst, was in deinem Stoffwechsel anders läuft und was DU SELBST tun kannst, damit es dir wieder gut geht.

Wenn du deine Gesundheit selbst in die Hand nehmen möchtest (ja, das geht ganz wunderbar bei einer HPU!), komm zu mir ins HPU-Start-Programm (wie bereits hunderte HPUler) und lerne dort Schritt für Schritt, wie du deinen HPU-Stoffwechsel wieder ins Gleichgewicht bringst. Dieses Wissen wird dich für den Rest deines Lebens begleiten.

Aus dem Blog

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Der komplette Knock-Out: Sehstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen. Eine Migräne kann einen komplett lahmlegen – und das sogar über mehrere Tage. Bei HPUlern kommt sie aus verschiedenen Gründen leider häufig vor.