Was ist HPU?

HPU steht für Hämo-Pyrrollaktam-Urie und bezeichnet eine Störung des Häm-Stoffwechsels.

Auf HPU and You erfahren Sie, welche Symptome bei HPU auftreten, wie HPU diagnostiziert und therapiert wird (mit Therapeutensuche). Als HPUler können Sie aber auch selbst viel tun, um Ihre Gesundheit zu stärken. Welcher Lebensstil bei HPU symptomlindernd wirkt, lesen Sie hier.

  • geringe Stresstoleranz
  • Angst / Depressionen
  • Erschöpfung
  • Reizdarm / Unverträglichkeiten
  • Migräne
  • Schilddrüsenstörungen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen (Fibromyalgie)

Wenn „Häm“ defekt ist

Häm ist einer der Stoffe, die im menschlichen Körper an vielen Stellen gebraucht werden. Die meisten Menschen haben von Häm schon einmal im Zusammenhang mit den roten Blutkörperchen gehört – dem Hämoglobin.

Sauerstoffversorgung der Organe über das Blut

Hämoglobin transportiert den Sauerstoff durch unseren Körper. Es besteht aus einem Häm-Molekül in der Mitte, das von einer Protein-(Eiweiß) Struktur umgeben ist. Den aktiven Part in diesem Gefüge übernimmt das Häm, denn es bindet direkt die Sauerstoffmoleküle. Ein defektes Häm kann Sauerstoff nicht richtig binden. In der Folge kann der Körper weniger Sauerstoff aufnehmen.

Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff

Häm kommt auch in den Muskeln des menschlichen Körpers vor (im Myoglobin). Auch hier bindet es Sauerstoff und versorgt die Muskulatur damit. Bei einem durch HPU geschädigten Häm werden die Muskeln nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt – sie ermüden rasch.

Energiegewinnung in den Zellen

In den Mitochondrien, den sog. Zellkraftwerken, spielt Häm ebenfalls eine zentrale Rolle. Die Hauptaufgabe der Mitochondrien ist die Produktion von Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat) – dem universellen Energieträger für alle Zellen. Dies geschieht über die Atmungskette. Die Atmungskette besteht aus einer Reihe von Häm-haltigen Enzymen, welche in der inneren Mitochondrienmembran liegen.

Entgiftung

In der körpereigenen Entgiftungsphase I ist Häm ein wichtiger Bestandteil von Enzymen. Diese Entgiftungsenzyme sorgen unter anderem für den Abbau von Alkohol, Medikamenten und toxischen Metallen. Sind die Entgiftungsenzyme im Körper durch HPU gedrosselt, erhöht sich der oxidative Stress. In der Folge können feie Radikale ständig die Zellen angreifen.

Stoffwechsel

Auch für den Stoffwechsel von Tryptophan, Serotonin und Melatonin benötigt der Körper Häm.

Herstellung wichtiger Stoffe

Häm benötigt der Körper, um Cholesterin, Steroidhormone, Schilddrüsenhormone, Vitamin D und Gallensäuren herzustellen.

Was läuft bei HPU schief?

Bei einer HPU arbeiten die Enzyme, die das Häm im Körper herstellen, nicht richtig. Bei den meisten HPU-Patienten sind 3 bis 4 von 8 Häm-produzierenden Enzymen in ihrer Leistunsgfähigkeit beeinträchtigt. Als Folge stellt der Körper teilweise nicht korrekt gefaltetes Häm her, das aufgrund seiner fehlerhaften Struktur nicht richtig arbeiten kann. Darunter leiden:

  • die Sauerstoffversorgung der Organe über das Blut
  • die Sauerstoffversorgung der Muskeln
  • die Energiegewinnung der Zellen
  • die Entgiftung.

HPU-Patienten besitzen auch korrekt gefaltetes Häm, sonst wären sie gar nicht lebensfähig. Das falsch zusammengebaute Häm hat jedoch noch einen weiteren Effekt auf den Körper:

Verlust von wichtigen Vitalstoffen

Das falsch gefaltete Häm ist für den Körper toxisch. Um es besser ausscheiden zu können, bindet es der Körper an Vitamin B6, Zink und teilweise auch an Mangan. Dadurch wird der Komplex wasserlöslich und das fehlgefaltete Häm bei HPU-Patienten kann über die Niere und den Urin ausgeschieden werden. Bei diesem Prozess gehen dem Körper diese wichtigen Vitalstoffe verloren.

Da Vitamin B6 und Zink Co-Faktoren für über 300 menschliche Enzyme sind, wird schnell klar, dass ein Versorgungsmangel mit diesen Vitalstoffen zu vielfältigen Symptomen führen kann. Auch Mangan wird für ein wichtiges Enzym benötigt: die Superoxiddismutase (SOD) in den Mitochondrien. Sie schützt die Mitochondrien vor freien Radikalen und hat eine entgiftende Wirkung.

HPU ist weit verbreitet

Untersuchungen des Psychiaters Dr. Carl C. Pfeiffers zufolge sind etwa 10 % der Bevölkerung weltweit von HPU betroffen – Frauen deutlich häufiger als Männer. Das Verhältnis von Frauen zu Männern beträgt ungefähr 9:1.

Bei chronisch Kranken wird HPU sehr viel häufiger nachgewiesen.

„Bei Patienten, die Psychotherapie in Anspruch nehmen, ist unseren Beobachtungen nach fast jeder Zweite HPU-positiv!“

Dr. Tina Maria Ritter, Dr. Liutgard Baumeister-Jesch, Stoffwechselstörung HPU, VAK Verlags GmbH, 4. Auflage 2016

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Aus dem Blog

Sarah, Folge 3: HPU positiv- und dann?

Für Sarah kam die Diagnose HPU überraschend. Zudem hatte der Fragebogen auf der Webseite des testenden Instituts ergeben, dass Sarah wahrscheinlich keine HPU hat (sie hatte 7 von 14 möglichen Punkten). Angeblich typische HPU-Merkmale wie Übergewicht oder dünnes Haar trafen auf sie nicht zu. Und dennoch war der Test stark positiv ausgefallen. Überraschend war das Ergebnis der Tests für Sarah auch deshalb, weil es zum ersten Mal in ihrer langjährigen Ärzteodyssee überhaupt einen Befund bzw. einen Anhaltspunkt für ihre Beschwerden gab.
gerasimov, depositphotos.com

Sarah, Folge 2: Der HPU-Test

Manchmal braucht man einfach Glück im Leben! Obwohl Sarah sich jahrelang mit ihren zahlreichen Symptomen beschäftigt und viel recherchiert hatte, war sie nie auf HPU gestoßen. Geholfen hatte ihr ein Umzug in eine andere Stadt und ein damit verbundener Wechsel des Hausarztes. Bei diesem wollte sie eigentlich - mal wieder an einem Verdauungsbeschwerden-Tiefpunkt angelangt - eine Darmfloraanalyse durchführen lassen. Als der Orthomolekularmediziner mit naturheilkundlicher Ausrichtung Sarahs langen Leidensweg gehört hatte, schlug er unmittelbar einen HPU-Test vor. "Eine Darmflora-Analyse können wir auch durchführen, aber Sie scheinen mir eine ganz typische HPU-Kandidatin zu sein!"

Sarah, Folge 1: Ein HPU Erfahrungsbericht

Sarah* (Name aus Datenschutzgründen von der Redaktion geändert) war schon immer ein eher ängstliches Kind, das häufig unter Bauchschmerzen und Übelkeit litt. In der Pubertät verstärkten sich die Beschwerden durch einen sehr niedrigen Blutdruck, Schwindel (wahrscheinlich bedingt durch starke Blutzuckerschwankungen) und gelegentliche Ohnmachtsanfälle. Die zahlreich besuchten Arztpraxen verließ Sarah stets ohne Diagnose. „Das Kind hat nichts!“ hieß es. Die Beschwerden könnten allerdings psychisch bedingt sein.